5.9.07:
Probecastor in
Lüneburg: 2 Stunden Stopp in Höhe Tiergarten
2007
fand kein "gewöhnlicher" Castortransport
nach Gorleben statt. Die
Polizei war angeblich überlastet (G8-Gipfel in
Heiligendamm) und
neue Behälter mussten
genehmigt und getestet werden. Die
Atomlobby braucht diese Behälter um ab 2008 noch
stärker
radioaktiven Müll nach
Gorleben liefern zu können.
In Mai
und September 2007 fanden so
genante Probe-transporte
mit
neuen Behältertypen statt. Am
5. September 07 wurde der
Castorzug im Lüneburger Wald Tiergarten für etwa 2 Stunden
angehalten. Das Eichhörnchen seilte sich auf dem leeren
Behälter ab - wären diese Behälter nicht leer gewesen, hätte sich die
Kletterin auf KEINEN FALL darauf abgeseilt-,
eine
15-Köpfige Gruppe führte eine spontane Sitzblockade durch.Ich
wurde von spezialkäften der Bundespolizei von
den
Bäumen geholt und anschließend von der Landespolizei
(Staatsschutzbeamte von der EG Castor) in Gewahrsam genommen. Die
Polizei hat mir alles Beschlagnahmt, sogar mein Fahrrad als
"Tatmittel". Es wurde mir ein paar Tage später wieder
ausgehändigt. Der Leiter vom EG-Castor (politische Polizei gegen
AtomkraftgegnerInnen) hat es persönlich vorbeigebracht.
Interessant, dass die Chefs jetzt Postbote spielen... Das Kletterzeug
wollte die Stadt noch zur Gefahrenabwehr vernichten. Entschlossene
AktivistInnen haben des wegen ein paar mal das
Ordnungsamt aufgesucht,
um zu protestieren. Es zeigte Wirkung, die Sachen wurden wieder
ausgehändigt. Die
Ingewahrsamnahme wurde
nachträglich vom Amtsgericht LG für vom Anfang an rechtswidrig erklärt (
Beschluss,
PDF).
Vor Gericht in Hannover wurde ich zum einem Bußgeld in Höhe von
250 Euro
verurteilt - Verstoss gegen die EBO, also genauso wie bei
Sitzblockaden. Warum die Luft teurer ist als die Schiene (in der Regel
25 Euro), wurde von der befangenen Richterin Busch nicht
erläutert. Die Richterin war vor allem darüber entsetzt, dass
ich auch mal die Strafe nicht akzeptiere und manchmal die
Bußgleder gar nicht zahle und dafür in Erzwingungshaft gehe.
Ende September 08 saß ich 1 Tag in der JVA Lüneburg, weil
ich ein 5-Euro Bußgled nicht bezahlt habe. Also die Richterin
wollte mich dieses mal bestrafen, weil ich so uneinsichtig und
unbelehrbar bin. Bin ich gerne. Ja ich stehe zu dem was ich tue und
stelle mich quer. Berichte
über die Aktion:Indymedia - Anti-atom-aktuell
(Online) - Gorleben
Rundschau - Graswurzelrevolution(Print Ausgabe Oktober 07)
Berichte zu der rechtlichen
Auseinandersetzung: Indymedia , AAA-Seite
, Junge
Welt, Linkszeitung Soli!
Es gibt mehrere
Möglichkeiten, mit
Bußgelder umzugehen. Wenn man nicht bezahlt, wird Erzwingungshaft
angeordnet. Ich habe der Staatsanwaltschaft zwar mitgeteilt, dass ich
kein Gled habe und Nachweise vorgelegt. Aber bei politischen Verfahren
ist da wenig zu hoffen. es wurde mir lediglig Ratenzahlung angeboten.
Eine Stundung ist mit dem Strafzweck nicht zu vereinbaren, so die
StA... Ja Strafzweck ist eben politische Bestafung...
Dieses mal werde ich also versuchen, den Bußgled zu bezahlen aber
nicht ohne mich dabei zu Wehr zu setzen! Willst Du mir dabei helfen?
Du kannst deine Solidarität zeigen, indem Du dich mit wenigen Cent
an der Geldbuße beteiligst. Um den Verwaltungsaufwand zu
erhöhen kannst du persönlich zur Gerichtskasse in jedem
Amtsgericht in Deutschland vorbei kommen, und das Geld einzahlen.
Aktenzeichen nicht vergessen! Du erhälst dann eine Quittung.
Az (oder
Verwendungszweck):
142501020241 NZS 1161 Js 34858/08 VRs Kontodaten, wenn du überweisen
willst: StA Hannover, Kto
106024573, BLZ 25050000
16.1.08:
Urantransport von Gronau nach Rußland stand 7 Stunden still
Die Aktion:
Ein Urantransport
von
Gronau nach Russland (also Kein Castor, aber
Atomtransport trotzdem) stand 7
Stunden bei Metelen still!
Grund dafür war die
Kletter-Aktion des Eichhörnchens. Ähnlich
wie in September 2007 im Lüneburger Tiergarten wurde ein Seil
zwischen 2 Bäumen über die Transport-Strecke gespannt. Die
Polizei
stand zunächst ratlos. Der mit Uranmüll (UF6) beladener Zug
wurde gegen 19Uhr20 angehalten und konnte seine Fahrt erst gegen 02:13
am nächsten Tag fortsetzen, nachdem ich von inzwischen
per
Hubschrauber eingeflogenen Spezialkräften vom Seil herunter
geholt wurde.
Die
Staatsanwaltschaft hat Rechtsmittel eingelegt (es ist noch unklar was
für ein Rechtsmittel es ist - Berufung/Revision, die Begründung liegt
nicht vor Presse zum Prozess
Hintergründe der Aktion, ein Interview
mit Junge Welt (jpg)
vor dem Prozess Indy-Bericht
zum Prozess (ist auch auf der aaa homepage zu lesen, mit aaa
Bilder) Erläuterungen zur juristischen
Auseinandersetzung:
Die Staatsanwaltschaft hat 30
Tagesätze wegen Nötigung beantragt, das
Amtsgericht hat
diesen Strafantrag abgelehnt
(PM, Beschlus-pdf)
und hält die Aktion für nicht
strafbar .
Auf deratige Rechtssprechung hatte ich bereits bei diversen Schreiben
an das Gericht hingewisen und dabei die Freisprüche
aus Hannover zum Castor 2007 immer wieder erwähnt.
Die StA hat
Rechtsmittel eingelegt. Das Landgericht Münster hat der
Beschwerde nur zum Teil statt gegeben. Das Gericht sieht zwar keine
Nötigung oder andere Straftat. Es geht jedoch von einer
Ordnungswidrigkeit aus
(Verstoss gegen die Eisenbahn- und
Betriebsordnung). Das Verfahren wird an das Amtsgericht Steinfurt
zurückgewiesen. Beschluss vom
Landgericht (PDF) - PM
dazu. Die Staatsanwaltschaft beharrt ihrerseits auf eine Anklage wegen
Nötigung. Es darf ja nicht sein, dass Eichhörnchen, die
deratige
Aktionen bundesweit immer wieder durchführen nicht dafür bestraft
werden... Die Staatsanwaltschaft hat sogar
angekündigt, im Falle eines
Freispruchs vor dem Amts-
und Landgericht, bis zum
Oberlandesgericht
zu
gehen. Das Strafverfahren
in Zusammenhang mit der sehr ähnlichen
Juni-Aktion wurde dagegen bereits eingestellt ! Bei der Aktion von
April 2009 wurden mir nicht
erklärt, was mir zu Last gelegt wird, aber
die Keltterausrüstung wurde mir nicht beschlagnahmt, die Polizei hat
möglicherweise eine Anzeige wegen Verstoß gegen die EBO gefertigt.
Merkwürdig, wie
Verfolgungsbehörden sich hier verhalten.... Meinem
Antrag auf Pflichtverteidigung auf Grund der schwierigen Rechtslage
wurde statt gegeben. Die Hauptverhandlung fand am 4. Juni 2009 in
Steinfurt statt und ich wurde Freigesprochen. Es gibt kein
Gesetz, was mein Recht auf freie Meinungsäusserung einschränkt. Egal ob
ein paar Meter Rechts, Links oder über die Bahnanlage: demonstrieren
ist nicht verboten. Eine erfreuliche für alle KletteraktivistInnen! Wir
sehen uns beim nächstenTransport ind er Luft? Die Staatsnwaltschaft
hat Rechtsmittel eingelegt. Die Begründung ist nicht überzeugend...
*Polizeirecht:
Gegen
die anschliessende Ingewahrsamnahme
habe ich eine Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht.
Ich habe zum Teil Recht bekommen: die Ingewahrsamnahme war nach 3
Uhr rechtswidrig.PM vor / PM
nach der Verhandlung, Presseberichte
* Zivilrechtlich:
Der Landkeis Steinfurt hatte mir in Februar 2008 einen Kostenbescheid
für die Bereitstellung eines -nicht benutzten- Krankenwagens
zugestellt. ich habe natürlich nicht gezahlt und ließ mich schon gar
nicht vom Besuch des Gerichtsvollziehers abschrecken. Ich habe Klage
gegen den Bescheid beim Verwaltungsgericht eingereicht, mit de
Begründung nicht ICH, sondern die Polizei habe den Wagen angefordert.
Nach etwas Hin und Her zwischen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht
kam heraus, dass die Klage tatsächlich zum Erfolg kommen könnte.
Daraufhin nahm der Landkreis seine Forderung zurück, um den Streit
nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Im Klar text: ich habe in dieser
Sache gewonnen :-) Ist zwar symbolisch (es ging nicht um viel Geld und
ich hätte sowieso keinen Cent bezahlt) aber trotzdem eine nette Sache.
Die Bahn hat mir in Januar 2008 eine Schadenanzeigezukommen
lassen - jedoch ohne Betrag !!! - und mit dem merkwürdigen
Hinweis auf die GSG9, die mich - laut Schreiben der
Bahn - aus dem Seil geholt hat... Seitdem.... nix mehr von
gehört. Wird denke ich auch so bleiben, die Bahn hat sich schon ganz
schön blamiert.
4.6.08: Urantransport von Gronau nach
Rußland - 2 Stunden Wiederholung
Urantransport
von
Gronau nach Rußland stand erneut 77 Minuten still bei
Steinfurt. Eine speziale Klettereinheit
der Bundespolizei war dieses mal bereits vorsorglich -wohl auf Grund
des
möglichen Auftretens des Eichhörnchens - in der Gegend stationiert. Was
aber die Aktion nicht verhindern konnte. Die
Presse wurde an ihrer Arbeit ziemlich behindert. Der Urenco/Polizei
"Presse-Gau" von Januar wollten sie dieses mal verhindern...
Dies war aber trotzdem eine gelungene
Kletteraktion, die für etwas Aufregung und -klärung sorgte... Seitdem
fuhr
kein einziger Transport nach Russland mehr - obwohl zunächst ein
letzter Transport in 2008 angekündigt war. Transporte aus und nach
Frankreich wurden dagegen gesichtet. Wir werden sie ebenfalls enttarnen!
Presse Bilder
(Quelle: aaa-West) und Bericht
bei aaa Indymedia-Bericht Presseberichte
(LIgA-Homepage)
Juristisches
Ich
wurde dieses mal nicht in Gewahrsam genommen. Die Polizei fürchtete
eine neue Klage vom Eichhornchen gegen eine willkürliche Verhaftung.
Das
Klettermaterial wurde mir beschlagnahmt und mir über sechs Monate
später von der StA wieder ausgehändigt.
Das Landgericht Münster gab meiner Beschwerde gegen die
Beschlagnahme meiner Kletterausrüstung statt, mit der Begründung, dass
die Handlung keine Straftat darstellt. Daraufhin wurde das
Strafverfahren von der Staatsanwaltschaft nach § 170 II StPO
eingestellt.
Die
Unterlagen wurden der Bundepolizei
übergeben, zum Zweck der Verflolgung einer evenuellen
Ordnungswidrigkeit (Betreten der Bahnanlage). Ich zunächst um das
Akteneinsicht kämpfen müssen und es nun endlich erhalten... Das sind
über 200 Seiten! Ich werde ich wohl auf die Freisprüche aus der
Vergangenheit bei ähnlich gelagerten Fällen beziehen... Sollte es bis
zur Gerichtsverhandlung kommen: diese wird vor dem Amtsgericht
Potsdam ( 500 Kilometer entfernt vom Tatort statt finden - weil
die ZustÂndigkeit des geirchtes sich nach dem Ort wo die
Verwaltungsbehörde ihren Sitz hat. Die Bundespolizei wurde neulich
neu-organisiert, die ZustÄndigkeiten neu aufgeteilt und alles läuft
zentralisierter ab... Soviel zum Demokrativerständnis, zur "Nâhe"
zu den BürgerInnen... Eine Unverschämtheit!
6.11.08:
Elbe-Seiten-Kanal-Brücke besetzt -
Anschließende
willkürliche Langzeit-Ingewahrsamnahme zur Gefahrenabwehr
Vorm
Castortransport 2008 wurde ich
3,5 Tage präventiv in Langzeitgewahrsam oder
Unterbindungsgewahrsam (manche sagen Schutzhaft) genommen und unter
menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten, weil die Polizei
meine Kletteraktionen gegen den Castortransport so sehr fürchtet.
Der Staat hält Menschen, die auf die Gefahren der Atomindustire
durch kreativen Aktionen aufmerksam machen, für... eine Gefahr eben!
Ich wurde nach einer
Kletteraktion auf der Elbe-Seiten-Kanal-Brücke
bei LG
mit
weiteren
Robin-Wood AktivistInnen
3 Tage vor dem Castor am 6.11.08
in
Langzeitgewahrsam
genommen (3,5 Tage).
Die anderen
Kletter-aktivistInnen kamen gleich in
Anschluss an der Aktion vor Ort frei. Ich wurde nach Lüneburg
zwecks richterlicher Vorführung gebarcht. Polizeidirektor
Brauer erschien persönlich zur
mündlichen
Anhörung
gegen das Eichhörnchen vor Gericht, um dem sowieso befangenen
Richter zu
erklären und ihn
davon zu überzeugen, wie gefährlich für den Atomstaat
das Eichhörnchen
ist. Die politische Justiz spielte ganz brav mit. (Seite zu diesem Vorfall)
Die Brücken-Aktion: PM von
Robin Wood, Artikel in der Landeszeitung 1, 2 - Video vom Französischen
(siehe unten)
Wir wurden von Spezialkräften der Bundespolizei aus Ratzeburg und
Hünfeld geräumt. Die Räumung verlief in Ordnung, aber
ein Beamter musste so zu sagen von den Kollegen gerettet werden. Er sah
ganz blass aus und wusste nicht wie er sich
sichern und bewegen kann.
Sah nach Höhenangst aus. Ungünstig in so neiner Einheit zu
arbeiten... Die Brücke war ein nettes Klettergerüst!
Die Aktion hat ein Bißchen für Wirbel gesorgt, vor allem
meine Festnahme.
Ein
Video vom Französichen Fernsehen zu der Aktion (auf Französisch,
gibt aber trotzdem Eindrücke, die Bilder sprechen für sich)
Schon ein paar Tage/Wochen vor dem Transport war klar, dass die Polizei
extrem nervös auf das kletternde Eichhörnchen reagieren
würde...
In Lünebburg wurde zum Beispiel ein Baumklettern-Workshop
für AktivistInnen(Bericht vom Eichhörnchen) angeboten.
Dieses Workshop, so wie die Luftübungen vom Eichhörnchen
waren in der Allgemeinverfüngung
der Polizei (pdf) wieder zu finden. Also als Bestandteil einer
Gefahrenprognose womit großflächige Demonstrationsverbote
gerechtfertigt werden.
Zitat: {
In einer Veröffentlichung bei
media.de.indymedia.org/media/2008/09/227664.pdf wird seitens der
„liga-tom“ darauf hingewiesen, dass im Sommer 2008 bereits mehrere
Atomtransporte durch Luftblockaden behindert worden sind. Es folgt die
Aufforderung weiter zu blockieren. In
diesem Zusammenhang
stehen die Ausführungen von „Eichhörnchen“ bei indymedia, wo
beschrieben wird, wie es einer Französischen Aktivistin durch
Kletteraktionen über den Gleisen gelungen ist,den
Uranmülltransport
sieben Stunden bei Metelen zu stoppen. Eine weitere Abseilaktion
führte
auch bei dem Transport von Gronau nach Russland im Juni 2008 zu einem
Zugstillstand bei Steinfurt – Borghorst. Die
Ausführungen enden
mit der Ankündigung, „Wir sehen uns beim nächsten Atom –
Transport?!
Egal ob in der Luft oder auf der Schiene.“ In
den
Ergänzungen zu
diesem Artikel finden sich Kommentare, dass solche Aktionen
begrüßt
werden und andere Menschen dadurch inspiriert werden. Sowohl unter
www.castor.de/nix12/hitzacker
findet sich im Anti – Atom
Widerstandscamp in Hitzacker das Angebot zum Schnupperklettern (Aktions
– Baum- Klettern), als auch unter www.ligatomanlagen.de findet
sich bei
der Terminliste ein Angebot zum „Schnupperklettern gegen Castor.“ }
Jurisitsches:
Es läuft gegen die an der Aktion beteiligten AktivistInnen ein
Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Betreten der Bahnanlage (Verhandlung
vorm Amtsgericht Potsdam wie für Aktion zuvor, wenn es so weit kommt)
Weiter wird gegen meine Langzeitingewahrsamnahme eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.
21.11.08:
Rücktransport stand 5 Stunden / Besetzung an der
Kreuzbahnbrücke in LG
Nach dem Castor
ist vor dem
Castor
Luft-Protest gegen
Castor-Rücktransport in LG
(Fahrgestell-Transport von Dannenberg nach La Hague) durch zwei
AktivistInnen - 5 Stunden im Schnee und Eis... Atomkraftgegner lassen
sich weder von der Staatsmacht, noch vom Wetter beeindrucken... Gut es
war wirklich eiskalt, da oben: Schnee und Minus-Temperaturen
Das Kletterteam
der Bundespolizei aus Ratzeburg kam um uns zu
Räumen, wir sind aber doch freiwillig herunter geklettert.
Kopfüberabseilen ist ja auch netter als eine Räumung. Wir
wurden anschliessend in Gewahrsam genommen, jedoch nur eine halbe
Stunde, bis zur Castordurchfahrt. Anschließend wurden wir in der
Stadt "ausgesetzt". Was natürlich nicht ganz so praktisch für
mich war, weil es um die Uhrzeit keinen Bus mehr gibt und mit
meinem Rheuma (30% Behinderung) kann ich sehr schwer laufen, ist halt
schmerzhaft... Aber wir haben zunächst was Leckeres gegessen, dann
haben uns FreudInnen nach Hause gebracht.
27.-28.4.09:
Urantransport von Gronau nach Frankreich: 2 Stunden
Halt an der Autobahnbrücke
Am 27.
April 2009, einem
Tag nach der Tschernobyl Jahrestag, führte die
Urenco ein
mit UF6 beladener Transport nach Frankreich zur UAA Pierrelatte durch.
Die Urenco versuchte diesen Transport so geheim wie möglich zu halten,
indem sie ihn von Mittwoch auf Montag vorverlegte und der Fahrplan
geändert wurde: Der Transport fuhr erst um 23:10 Uhr los (Zeitpunkt, wo
es auf der Schiene keinen Personenverkehr mehr gibt). Doch,
AktivistInnen gelang es erneut, die Machenschaften der Urenco ins Licht
zu bringen!!! Am Hauptbahnhof Münster und in Gronau fanden spontane
Mahnwachen statt. Und das Eichhörnchen sorgte wieder für etwas Wirbel,
der Atomzug kam in Höhe der Autobahnbrücke der A1 über die Schiene bei
Münster Häger für insgesamt ca. anderhalb Stunden zum Stehen... Sie
Kletterer der
Bundespolizei fuhren dieses mal mit dem Zug mit und konnten relativ
schnell mit der Räumung beginnen. Nachdem das Eichhörnchen geräumt
wurde und zur Wache gefahren wurde dauerte es jedoch noch gut eine
Halbe Stunde an, weil die Polizisten ihr Klettergeschirr wieder
einpacken mussten
um weiter fahren zu können. Das Eichhörnchen kam kurz nach 2 Uhr
morgens am 28. April wieder frei. Die Kletterausrüstung wurde dieses
mal nicht beschlagnahmt, die Beamten auf der Wache verhielten
sich freundlich
und hatten sicherlich keine Lust "Fehler" zu begehen. "die Gerichte
sind auf Ihrer Seite", so ein leitender Polizist -gut sehe ich nicht
immer so. Tatsache ist eher, dass Meinungsäusserung mein Grindrecht
ist, und dass die Behörden dies im Falle dieser Transporten gerne
eingeschränkt sehen würden. AktivistInnen
ziehen eine positive Bilanz. Der Transport fuhr nicht unbemekrt.
Ursprüglich dachten sich die AktivistInnen, der Transport fuhre nach
Russland. Auf Grund der Aufmerkasamkeit, die die Aktion nach sich zog,
konnten wir erfahren, dass der Transport eigentlich nach Frankreich zur
"Dekonversion" nach Pierrelatte (Umwandelung UF6 in Uranoxyd) fuhr und
somit das dicht bevölkerte Ruhr- und Rheingebiet durchquerte. Bilder
Berichte: *
Indymedia-Artikel, Indymedia English, Bellaciao (Auf Französisch) Pressemitteilung
des Eichhörnchens 1 (in der Aktionsnacht) und 2 (nachdem bekannt wurde,der Transport habedoch
Frankreich zum Ziel gehabt) PM des
Aktionsbündnis *Presseberichte:
WN, Echo-Münster, Redglobe,
Junge
Welt, LZ, Libération (AFP-Meldung auf Französisch, wurde von
zahlreichen Zeitungen übernommen)
Juristisches: 8.
August 2009: Ich habe einen Strafbefehl von 40 Tagesätze vom
Amtsgericht Münster zugestellt bekommen.
Der Vorwurf lautet Nötigung, genauer gesagt Drohen mit einem
empfindlichen Übel.
Der Strafbefehl wurde durch fügsame Richterin
Terhechte unterschrieben. Sie ist mir wegen beliebiger
rechtswidriger verfassungswidriger Auslegung des § 240 StGB
(Nötigung) bereits bekannt.Die besagte Richterin unterschieb
bereits im Zusammenhang mit dem Verfahren von Juni08
die Bestätigung darüber, dass mein Klettermaterial beschlagnahmt
bleibt, weil sie eine Nötgung sah. Inzwischen habe ich das
Material jedoch wieder bekommen, dass Verfahren wurde eingestellt (nach
170 II StPO) und das Material mir wieder ausgehändigt.
Zuständig für das Hauptverfahren war aber damals das AG Steinfurt (für
die Beschlagnahme war aber MS zuständig, weil dies durch die StA MS
beantragt wurde), genauso wie in der Sache von Januar 2008 ; in dieser sache wurde ich ja bereits
frei gesprochen....
Also die Staatsanwaltschaft gibt mit ihren Kriminalisierungsversuchen
nicht auf - das war ja zu erwarten -. Und sie hat in Münster eine
Richterin gefunden, die für eine mit grosse Wahrscheinlichkeit
verfassungswidrige Auslegung des § 240
StGB (Nötigung) zu haben war...
Konkret geht es darum, dass ich ein Polizist der Landespolizei -der
keine Ahnung vom Klettern hatte und gefährlich handelte - verbal
genötigt haben soll. Der Vorfall soll sich relativ am Anfang erreignet
haben, ziemlich lange vor Ankungt der Sonderkletter-Einheits der
Bundespolizei. Der besagte Polizist der Landespolizei drohte an, mich
mit blossen Händen hoch zu ziehen. Um dies zu verhindern soll ich ihm
"Wenn sie mich hochziehen, klinke ich mich aus" gesagt haben. Das soll
die Drohung sein.
Häm, wie 'ausklinken' psysikalisch möglich ist, weiss ich nicht.
Die StA geht sicherlich davon aus, dass ich die Schwerkraft aushebeln
kann...
Am 18. Januar fand der erste Verhandlungstag statt. Der Prozess wurde
nach ca. 90 Minuten auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Richterin wurde
offensichtlich vom selbstbewussten offensiven Auftretten des
Eichhörnchens überrascht... Vor dem Gerichtsgebäude warteten große
Masten nur darauf beklettert und beschmuckt zu werden... ganz nett. Die
Herrschaften in Grün reagierten etwas über - wie immer. 1. Verhandlungstag: Presseinformation vom Eichhörnchen im Vorfeld - von Antiatom Initiativen BBUAktionsbündnis
Berichte
über die Verhandlung: Indymedia - WDR - TAZ - WN
Ein Orndungswidrigkeitverfahren wurde zudem gegen mich
eingeleitet (Vertoss gegen Eisenbahn und Betriebsordnung), ich habe
gerade eben Akteneinsicht erhalten. Verfahren soll - wie bei Aktionen
zuvor - vor dem Amtsgericht in Potsdam stattfinden, wenn es so weit
kommt.
29.09.09:
Probecastor: AktivistInnen besetzen Brücke in Lüneburg
Am 29.09.09 fand zwischen Lüneburg und Gorleben ein so genannter
Castor-Probetransport statt. Sowohl der Betreiber der Atomanlagen als
auch der Polizei mißlang es, diesen Transport geheim zu halten. Als der
mit einer schwarzen Plane getarnte Behälter durch BeobachterInnen
gemeldet wurde, kam es zwischen beiden Orten zu einer Handvoll
spontaner Protest-Aktionen. Im Bereich Lüneburg kletterten zwei
AktivistInnen der Lüneburger Initiative gegen Atomanlagen trotz einer
Dauerbewachung durch zahlreichen Polizeibeamten auf die Eisenbahnbrücke
über den Elbe-Seiten-Kanal und entrollten zwei Transparente mit der
Aufschrift »Stop Castor« und »Klimaschädlich, Kriminell, Katastrophal /
Krümmel, Gorleben, Asse«. Weiter lesen