Recht auf Stadt

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Ich beschäftige mich hier mit dem Thema Privatisierung öffentlicher Räume, Stadtpolitik und Einmischung ihrer BewohnerInnen, mit Normen und Gesetzen. Stichworte sind "Reclaim the streets", "Blockupy" und "Freiräume".

le droit à la ville

Aktionsberichte

Aktuelle Aktionsberichte gibt es im meinem Blog unter den Tags Blockupy, Recht auf Stadt und Lebenswagen (Bauwagenleben).

Reclaim the streets

vertikal die Stadt erkundenWas spricht dagegen eine Stadt vertikal zu erkunden und dem Kapitalismus auf der herum Nase zu tanzen? Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz à la "Du sollst dich horizontal bewegen"zu geben. Denn das vertikale Schaufensterhummeln sorgt für viel Aufregung! Das Bild ist ein Lesebrief aus der Landeszeitung Lüneburg. Dort fragte man sich weshalb ich in Frankfurt am Main so auch einem Hochhaus, dem Skyper, geklettert bin. Ich habe meine Beweggründe in dem Leserbrief dargelegt.

Mit der vertikalen Dimension setze ich mich in meinem Buch "Kommen Sie darunter" auseinander. Es ist für mich eine Art den Wert von Freiheit zu betonen und gegen die Privatisierung öffentlicher Räume zu protestieren. "Um Himmels Willen" heißt die Kurzgeschichte über vertikale Spaziergänge in der Geld-Stadt Frankfurt am Main. Und weil die Ordnungshütter alles Ungewöhnliche was sie nicht kontrollieren "nicht normal" finden, gehen sie gerne - rechtswidrigerweise - dagegen vor. Eine Auseinandersetzung ums vertikales Stadterkunden in Frankfurt am Main endete mit der Feststellung der Rechtswidrigkeit einer Ingewahrsamnahme und 800 Euro Schmerzensgeld. Zum Bericht.

Deutschlandfunk hat 2015 eine Sendung über das was ich "Aktionskletterkommunikationsguerilla" nenne. Ich leite immer mal wieder Kletterkommunikationsworkshops an. Und weil Klettern ja "nicht normal" ist dürfen die Teilnehmer*innen zusammen mit dem Klettern gleich den Umgang mit der Polizei üben! Sendung Workshop für Aktivisten - Wie man Bäume oder Hochhäuser erklimmt, von Gerhard Richter DLF 2015. Sendung Protestkunst - Klettern als Revolte - Das französische "Eichhörnchen" Cécile Lecomte von Gerhard Richter, DLF 2014

Blockupy

blockupyWie reagiert die Börse wenn der Mensch ausstirbt" diese Frage prangerte auf unser Banner am 12 Stockwerk eines Bankenturms in der Skyline von Frankfurt am Main am 18. März 2015, dem Tag der Einweihung der europäischen Zentralbank. Wir hatten uns für unsere Beteiligung an den Blockupy-Protesten ein gut sichtbaren Hochhaus ausgesucht. Die Aktion brachte viele Menschen zum Nachdenken und die Bilder wurden an vielen Stellen übernommen (u.a. DLF), ein voller Erfolg!

Zum GWR-Artikel über die Aktion.

Ich habe mich aber auch schon 2013 an den Protesten beteiligt. Nur: ich muss nun mal feststellen, dass Klettern der bessere Weg ist, seine Meinung zu äußern. Am Boden wird man in FFm dagegen schnell gekesselt und daran gehindert zu demonstrieren! Und die gerichte finden das in Odnung, "dem Erscheinungsbild" wegen.

Freiräume

Meine vertikalen Erkundungen sind für mich Freiräume. Freiräume sind auch Polit-Projekte wie Infoläden, Projektwerkstatt, selbst verwaltete Kneipen, etc. Alles was selbstverwaltet ist! Und das ist nicht immer einfach solche Projekte gegen die galoppierende Privatisierung und Gentrification durchzusetzen!

Ich bin zu diesem Thema vorwiegend lokal aktiv. Z.B. im Zusammenhang mit der in Profitinteressen versinkenden Frommestrasse in Lüneburg. Zum Artikel.

Leben(s)Wagen - Das Leben im Bauwagen

Logo Lebenswagen Ich setze mich für alternative Wohnformen wie das Bauwagenleben ein.

2010 habe ich den Verein "Leben(s)wagen e.V." und den Wagenplatz "Fango" mitgegründet. Das ist der erste Platz mit Baugenehmigung in Deutschland! Auf der Vereinshomepage ist die Entstehungsgeschichte nachzulesen.

Inzwischen widme ich mich einem neuen alternativen Hausprojekt

Das hat sowohl politische als auch persönliche Gründe. Auf dem Wagenplatz vermisse ich eine klare politische Positionierung. Meine Mitbewohner*innen lehnen es mehrheitlich ab, sich von rechter Ideologie zu distanzieren.

Mein Gesundheitszustand verschlechtert sich außerdem. Rheumatoide Arthritis ist eine schwere chronische Krankheit. Sie schreitet immer weiter voran. Der Alltag im Bauwagen fällt mir immer schwerer. Ich benötige eine barrierefrei Wohnung. Ich möchte in ein Projekt ziehen, das klare linke politische Positionen vertritt und Freiräume umsetzt.

Unfung - Wer schafft Freiräume, wenn nicht wir?

Wir - 7 Menschen aus Lüneburg - haben am 09.01.2017 den Verein "Unabhängig, frei und gemeinsam wohnen" - Unfug - gegründet.

Der Verein Unfug versteht sich als politisch links und hat dies in seiner Satzung klar und deutlich zum Ausruck gebracht.

Unser Projekt soll ein Freiraum werden, indem sich die Bewohner*innen ohne gesellschaftliche Zwänge frei entfalten können und alternative Lebensformen ausprobieren können. Wir wollen dauerhaft bezahlbaren und solidarischen Wohnraum möglichst weg von der kapitalistischen Logik schaffen.Nach und nach sollen Freiräume wie Werkstätten und auch ein Seminarraum entstehen. Außerdem bestehen Ideen eine kleine öffentliche Bibliothek, einen Infokiosk und einen Tauschladen zu ermöglichen.

Wir sind der Überzeugung, dass dauerhaft bezahlbarer Wohnraum nur gemeinschaftlich und nur jenseits des Wohn- und Immobilienmarktes geschaffen werden kann. Nur so kann aktiv verhindert werden, dass Wohnraum zum Anlage- und Spekulationsobjekt wird. Das Mietshäuser Syndikat bietet die Möglichkeit und die notwendige Erfahrung, um Wohnraum jenseits des Marktes zu schaffen.

Das Wohnprojekt soll daher Mitglied im Mietshäuser Syndikat werden. Das Mietshäuser Syndikat existiert seit mittlerweile über 20 Jahren und hat sich zur Aufgabe gemacht, Wohnraum dem Immobilienmarkt auf Dauer zu entziehen. Dafür berät es selbstorganisierte Hausprojekte und hilft mit Knowhow bei der Projektfinanzierung.

Wesentlich an diesem Syndikatsmodell ist, dass die Bewohner*innen zwar über alle Belange des Hauses entscheiden, aber nicht dessen Eigentümer*innen sind. Die Eigentümerin des Hauses – verstanden als Gemeineigentum – ist die jeweilige Hausbesitz-GmbH (die wir gründen werden, wenn wir ein Haus gewählt und ausreichend Direktkredite gesammelt haben werden), deren Gesellschafter*innen zum einen der Bewohner*innen-Verein – hier unser Verein Unfug e.V. – und zum anderen das Mietshäuser Syndikat sind. So bleibt das Haus dauerhaft ein gemeinschaftliches Wohnprojekt, auch wenn im Laufe der Zeit Bewohner*innen aus- und einziehen.

Wir brauchen Unterstützung!

Zur Realisierung des Projekts benötigen wir Direktkredite. Wir benötigen schätzungsweise 600.000 €. Von diesem Geld können wir eine GmbH gründen, ein Haus kaufen und dieses nach unseren Bedürfnissen umbauen. Wir freuen uns wenn Du uns dabei unterstützt! Wir haben schon das ein oder andere Objekt im Blick.