Kommen Sie da runter!

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Das Eichhörnchen-Buch Kommen Sie da runter! - Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag einer Kletterkünstlerin ist 2014 im Verlag Graswurzelrevolution erschienen (ISBN 978-3-939045-23-6). Es hat 189 Seiten und 25 Abbildungen. Es kostet 16,90 Euro.

Es handelt sich um Kurzgeschichten und Erzählungen aus dem politischen Alltag. Die Charakter sind zum Teil fiktiv, die Texte basieren aber auf meine realen Erfahrungen der letzten zehn Jahre:

Wie fühlt es sich oben in einer Baumkrone über der Castorstrecke an ? Gibt es ein Gesetz à la „Du sollst dich ausschließlich horizontal bewegen“? Warum interessiert sich der Verfassungssch(m)utz mehr für's Baumklettern als für mordende Neonazis? Wie fühlt sich eine Überwachung „mit besonderen technischen Mitteln“ an ? Und im Gefängnis? Warum sitze ich wegen fünf Euro oder etwas mehr dort „freiwillig“ ein? Wie gehe ich mit dem Tod eines Mitkämpfers um? Was ist vom Spruch „Im Namen des Volkes“ zu halten?“

Buchvorstellungs-Flyer

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Die Bestellungen laufen über den Verlag Graswurzelrevolution.

Das Buch ist außerdem in jede Buchhandlung zu bestellen ( ISBN 978-3-939045-23-6 )

Lesungen

Im Eichhörnchen-Blog findest du die aktuellen Veranstaltungstermine und die nützlichen Hinweise für die Organisation einer Lesung. Ich habe bereits über 60 Lesungen in ganz Deutschland gemacht.

Weitere Bücher

Ich habe an einem weiterem Buch mitgewirkt und zwei Texte über Aktionsklettern geschrieben. Das Buch heißt "Die Anti-Atom-Bewegung - Geschichte und Perspektiven". Das Buch blickt mit Kurzgeschichten, Erzählungen und Bildern zahlreicher Autor*innen auf über 40 Jahre vielfältigem Antiatomwiderstand zurück. Der Verdienst der Herausgeber*innen ist es, eine Vielzahl von Texten eingesammelt zu haben, und dabei ganz verschiedene Spektren und Aktionsformen zu Wort kommen zu lassen. Es wird aus der Bewegung berichtet. Das Buch ist 2015 im Verlag Assoziation A erschienen. Hier geht es zur Buchvorstellung

Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag

Rezension und Zeitungsartikel

2016, Jan. - Rezension in der Zeitschrift "Oya".

2015, Feb. - Lesung in Dülmen, DZ Bericht über die Lesung in Duelmen

2014, Nov. - Lesung in Weiden - Zeitungsartikel im OWZ

2014, Okt. - Lesung auf dem Schiff Beluga II in Mainz ; Bericht und Radiointerview auf Zwischenzeit

2014, Okt. - Rezension in der Zeitung Neues Deutschland

2014, Juli - Interview zu meinem Buch

2014, Mai - FNP Ankündigung der Lesung in Mörfelden-Walldorf, sowie FNP-Bericht und Echo-Online Bericht über die Lesung

2014, Mai -Bericht der Humanistischen Union (Lesung in Marburg)

2014, April - Agora Zeitung (Fulda)

2014, April - Hamburger Abendblatt

2014, April - Zeit.de

2014, April - Jungle World

2014, März - Grußwort im Gorleben Rundschau

2014, März - GWR - Bleib da Oben!

2014, März - Coloradio (Freies Radio Dresden)

2014, März - Essener Morgen

2014, Feb. - Freies Radio Stuttgart

2014, Feb. - WN (Münster)

2014, Feb. - Deutschland Radio Kultur - Klettern als Revolte

2014, Feb. - NDR Kultur zur Lesung in Göttingen

2014, Jan. - Der Freitag

Videos von Lesungen

2014 - Stuttgart - Radiosendung beim freien Radio Stuttgart - Video der Lesung

2014 - Fulda - Video

2014 - Dreieich - Video

2014 - Magdeburg - Video

2014 - Mainz - Video Teil 1 , 2 ;3

2014 - Marburg - Video

2014 - Berlin (Auszug, Text zum Flüchtling Aghali)

GWR Rezension: Bleib da oben!

Von Jana Ballenthien, erschienen in der GWR von März 2014 (Libertäre Buchseiten)

"Kommen Sie da runter!" - Was verbirgt sich hinter dieser Aufforderung?

Die sehr persönliche Biographie einer Aktivistin. Ein Kompendium der Vielfalt des (Kletter-)-Aktivismus. Ein Lehrbuch über den kreativen Umgang mit Polizeirepression und dem Führen von politischen Prozessen.

"Dieses Buch soll vermitteln, was politisch aktivistisches Leben bedeutet. Es ist zugleich ein Appell, sich politisch zu engagieren", so die Autorin.

Cécile Lecomte, auch genannt das Eichhörnchen, ist weit über die Grenzen der Anti-Atom-Bewegung hinaus bekannt. Denn Cécile hat fantasievolle Protestformen populär gemacht, indem sie seit über zehn Jahren mit Akrobatik und viel Mut die Form der Sitzblockade in die dritte Dimension transferiert. Was viele nicht wissen: Wer sich kreativ, humorvoll und friedlich zur Wehr setzt gegen atomare Bedrohung, genveränderte Pflanzen, gegen Militarismus, muss sich zwangsläufig auch mit Polizeirepression und juristische Unzumutbarkeiten auseinandersetzen.

Kapitel I

Im ersten Kapitel werden wir Knall auf Fall eingeführt in die aktivistische Welt Céciles. Beispiele aus dem Alltag der Autorin machen Lust darauf "Einfach frech [zu] sein!", wenn uns etwas politisch nicht passt.

Ein Beispiel berichtet von einer zuvor nie da gewesenen Abseil-Aktion von einer 75 Meter hohen ICE-Brücke über das darunter liegende Castor-Gleis.

Wir Aktivist*innen klatschen juchzend in die Hände, die Presse stürzt sich drauf, die Polizei hingegen ist mal wieder perplex und überfordert. Und damit hat das Buch auch schon erreicht, was Cécile erreichen möchte. Doch wer nun schon das Buch zuklappt, wird viel verpassen!

Kaptitel II

Im zweiten Kaptitel begegnen uns skurrile Geschichten aus dem Nähkästchen der polizeilichen Praxis mit dem Eichhörnchen. So werden ihr telekinetische Fähigkeiten zugeschrieben, die es sogar fast vor Gericht schafften. Schwere Körperverletzung habe sie begangen, als ohne ihre Anwesenheit ein Polizeibeamter aus der Schiebetür eines fahrenden Fahrzeugs fiel. Ah.... ja. Kapitel III und IV.

Es wird ungemütlicher. Cécile versteht es, uns Leser*innen mitzunehmen in aktivistische Erfahrungswelten, die mir das blanke Entsetzen in die lesenden Augen trieben. Die Staatsgewalt physisch zu spüren zu bekommen, ist die brutalste Art, sich mit ihrer Absurdität auseinanderzusetzen.

Doch auch das bleibt in einem aktivistisch geprägten Leben leider oft nicht aus. Bei weitem nicht ohne Spuren, aber dennoch gestärkt, geht Cécile aus ihren biographischen Erfahrungen heraus. Mich ließen die Geschichten inne halten und reflektieren. Wie stark wäre ich gewesen? Wie aktiv wäre ich geblieben?

Kapitel V und VI.

Kapitel V konfrontiert uns mit dem Schlimmsten, was uns in unserem politischen Alltag passieren kann - mit dem Tod eines Aktivisten bei einer Aktion, dem Tod von einem von uns, dem Tod von Sébastien Briat. "Er starb nicht nach einem Discobesuch betrunken am Steuer, sondern bei einer Aktion, um seiner Überzeugung Gehör zu verschaffen", zitiert Cécile die Erklärung der Freund*innen von Sébastien.

Es folgen Erlebnisse aus Céciles Leben, die von der Überwachung ihrer Person berichten und die durch ihren gnadenlosen Realismus schon wieder witzig wirken. Besser könnte mensch es sich nicht ausdenken.

Kapitel VII.

In Kapitel VII erzählt uns Cécile von Situationen, in denen staatliche Institutionen aufs absurdeste begründet das Eichhörnchen zur Gefahrenabwehr in die Mangel nahmen.

Kapitel VIII

Kapitel VIII fokussiert noch einmal auf zahlreiche Situationen, in denen Cécile ihre Kletterkünste für politische Protestaktionen nutze.

IX-tes Kapitel

Cécile sitzt ein. Ihre Erfahrungen im Knast haben bei ihr psychische Spuren hinterlassen. Dennoch, oder gerade deshalb, unterzieht sie ihre Erfahrungen einer kritischen Analyse. Ihr Ergebnis: Statt Resozialisierung und Erleben allgemeiner Lebensverhältnisse bedeutet Knast Knappheit und Erziehung zur Unterordnung.

Kapitel X

Im Kapitel X werden wir wieder einmal eingeladen zu einer Vorführung des absurden Theaters der Justiz. In den Hauptrollen: ein renitentes Eichhörnchen und einige Laien gegen und die "unfehlbare" Justiz. Seid gespannt!

Cécile liefert mit ihrem offenen Schreibstil eine gelungene Melange zwischen einem die psychische Integrität sicherndem Galgenhumor und der gebotenen Ernsthaftigkeit.

Es hat bei mir viele Reaktionen hervorgerufen: Von Gackern, bis Kichern und Schnorcheln, vom Kloß im Hals bis zum Luftanhalten, vom Trauern bis zum Ausrufen eines lauten "Pah!".

Die Rezension ist aus der Perspektive einer Aktivistin geschrieben. Aber auch gerade für nicht-aktivistische Menschen scheint es mir ein schönes Lehrbuch zu sein - nicht nur um einen Einblick in die Praxis von kreativen Widerstandsaktionen zu bekommen, sondern auch um vielleicht zum ersten Mal ungeschönt davon zu erfahren, dass staatliche Repression gegenüber politisch unbequemen Menschen System und nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun hat.

Jana Ballenthien

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