- "La Décroissance" :
Schrumpftum statt Wachstum
Der Begriff:
"Décroissance", eine genaue
treue Übersetzung dieses Begriffes gibt es
bislang nicht. Das Wort wird aus dem negativen Präfix ?Dé?
(etwa ?ab?)
und aus "croissance" (Wachstum) abgeleitet. Man spricht von
?Wachtumsgegner?, von ?Wachstumsrücknahme?, von ?negativem
Wachstum?...
Was aber nicht genau der französische Begriff entspricht. Der
Begriff
?Décroissance? wurde erfunden nachdem Begriffe wie ?Nachhaltige
Entwicklung? ihren Sinn verloren haben, indem sie von verschiedenen
Lobbys übernommen wurden. (Der Atom-Stromkonzern EDF wirbt z.B
für
nachhaltige Entwicklung mit Atomkraft). Der Begriff
?Décroissance? ist
viel weitgehender und stellt die Konsumgesellschaft richtig in Frage.
Ich plädiere auf Deutsch für das Wort Schrumpftum. "schrumpf"
ist etwa der Gegensatz von "wachs". "Tum" wurde eben vom Wort
"Wachstum" übernommen.
Schrumpftum, worum geht es?
In so genannten entwickelten
Gesellschaften wird viel Wert auf
materiellen Gegenstände gelegt, ohne dass hinter gefragt wird, ob
diese
Gegenstände wirklich nützlich und unverzichtbar sind. Wer
Geld hat und
vieles besitzt ist guter Bürger. Die Wirtschaft profitiert davon.
Die
gesellschaftliche Ordnung basiert auf Wachstum und Anhäufung von
Waren.
Aber der ewige
Wachstum ist nicht möglich. Wir leben in einer
endlichen Welt. Die Grundressourcen sind begrenzt. Wachstum- und
Kapital-Sucht führen zur Ungerechtigkeit, zur Ausschöpfung
der
Ressourcen, zur Umweltzerstörung. Das sind die Grundgedanken, die
Menschen dazu bewegen für die ?Décroissance? zu
kämpfen. Es geht darum
weniger zu konsumieren und anders zu leben. Die Menschen leben zum
Beispiel in einer Kommune. Sie fliegen nicht ans andere Ende der Welt
in den Ferien und verzichten auf das Auto im Alltag, u.a. aus
ökologischen Gründen. Sie kaufen aus der Gegend stammenden
Produkte.
Menschliche Kontakte ersetzen materielle Sachen wie Fernseher. Sie
basteln selbst (Mensch kann ja selbst gebackene Kuchen zu Weihnachten
schenken, statt alles zu kaufen). Ihnen ist es auch wichtig miteinander
auszutauschen und ihre Ideen nach Außen zu tragen. In Juni 2005
[und die Jahren danach] fand
zum Beispiel eine 1-Monat lange Marsche für die Décroissance
durch
Frankreich statt. Hunderte sind von Dörfern zu Dörfern gewandert und
haben die Gelegenheit genutzt mit der Bevölkerung ins
Gespräch zu
kommen. Es gibt auch zahlreiche Zeitschriften wie ?Casseurs de pub?
(Werbungsbrecher), ?La décroissance?, etc...
Direkte offene
Aktionen des zivilen Ungehorsams auf der Strasse sind auch wichtig, um
die Bevölkerung zu informieren und zum Nachdenken zu bringen. Es
geht
auch darum das System direkt anzugreifen. Aktionen gegen Werbung finden
zum Beispiel in unterschiedlichen Formen oft statt. An den Aktionen
beteiligt sich frankreichweit ein breites Spektrum von AktivistInnen :
Studenten, Künstler, Arbeitslose, Erwerbstätige, Jugendliche
und
älteren Menschen. (Quelle Indy-Text von
2005)
-
"Antipub", oder Aktionen gegen Werbung
Was ist unter Antipub, bez.
Aktionen gegen Werbung (Adbusting im Englischen) zu verstehen?
Die ?Antipub? Bewegung
(Werbungsgegner) übt durch direkten Aktionen
(Adbusting, Kauf Nix Tag, ...) vielfältigen Widerstand gegen
Wachstumideologie und Konsumwahn. Die Wurzel meines politischen
Engagement sind in der französischen Antipub-Bewegung zu suchen.
Als BWL-Studentin (Schwerpunkt internationale Wirtschaft) habe ich mich
damals für die Ideen der Schrumpftum und der Konsumkritik
besonders interessiert. Durch mein Studium habe ich mich mit den
Mechanismen von (internationaler) Wirtschaft, Kapitalismus,
Liberalismus näher beschäftigt. Mir war schnell klar, dass
die Wachstumideologie "immer mehr", zur sozialen und ökologischen
Sackgasse führt. Krieg um Ressourcen, Ausgrenzung, etc.
In Frankreich war zu
dieser Zeit die Antipub-Bewegung besonders stark, wie aus den Berichten
aus den Jahren 2003-2005 (siehe unten) zu entnehmen. Heute noch ist sie
aktiv. Aktionen gegen Werbung sind eine Möglichkeit gegen den
Konsumwahn zu kämpfen und auf die Verschwendung von Ressourcen
aufmerksam zu machen.
Frankreich
*Selbstverfasste
Texte
Konsum- und
Wachstumkritik, (Indy), 17.12.2005
Ziviler ungehorsam
gegen Werbung in Frankreich, 04.05.2005
Aktionen
gegen Werbung (Indy), 02.12.2003
Interview mit Elisabeth Moy (grünes Blatt, März 2009)
*Weitere Texte
- Aus der Presse
Schmierfinken
gegen "Werbeterror" (FAZ), 29.01.2004
Deutschland
Papierflut-Aktion 2008
in HH (Initiative von Robin-Wood, BUND und Konsumensch HH)
* Containern:
- Was ist containern? Warum containern?
Containern ist eine Praxis, Lebensmittel kostenlos zu
organisieren, die mittlerweile innerhalb verschiedenster Szenen genutzt
wird. Dabei werden Produkte angeeignet, die in der kapitalistischen
Verwertung abfallen, da sie geringe Normmängel haben oder bei denen das
Mindestverkaufs- resp. Mindestverkaufshaltbarkeitsdatum bald abläuft und
in der Folge nicht mehr regulär verkauft werden dürfen. Da das
Mindestverkaufsdatum jedoch meist sehr eng gesteckt ist und lediglich
angibt, bis wann der Hersteller den regulären und somit kommerziellen
Verkauf von Lebensmitteln zuläßt, damit keinerlei sichtbare,
geschmackliche oder andere Qualitätseinbussen zu erwarten sind, lassen
sich Lebensmittel 'auf jeden Fall' ohne wesentliche Geschmacks- und
Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko auch über das
Mindestverkaufs- resp. Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verzehren.
Erkömmlicherweise wird ein Mensch durch ökonomische Realitäten zum
Containern gezwungen. In den 90er Jahren entsprang der
Antiglobalisierungs- und Erdbefreiungsbewegung dann der Freeganismus,
ein Anti-Konsum-Lebensstil, der das Containern als politisches Statement
verbreitete.
"Es geht darum, ein Überleben zu sichern, ohne die
konventionelle Wirtschaft zu unterstützen und ein Minimum an Ressourcen
zu verbrauchen. Freegane Grundsätze sind Grosszügigkeit, Solidarität,
Freiheit, Kooperation und Teilen - sie stehen im krassen Gegensatz zu
den Prinzipien unserer Gesellschaft, wie Materialismus, moralische
Apathie, Wettbewerb, Konformität, Gier..." Quelle: http://dumpsterdivech.blogspot.com/
Containern ist auch Teil einer ökologischen Bemühung um einen
Lebensstil, für den möglichst wenige Ressourcen aufgewandt werden, denn
die weggeworfenen Güter sind aus dem Verwertungskreislauf der
kapitalistischen Volkswirtschaft ausgeschieden; ihre Produktion wird
nicht unterstützt.
Mit diesem Argument wird auch der vegane Anspruch hinter dem Containern
gestützt: während Tonnen von Tierprodukten weggeworfen werden, ist der
Gebrauch oder Verzehr dieser Produkte nicht mit ökonomischer
Gratifikation verbunden. Das Prinzip des Veganismus als Boykott von
Tierprodukten lässt sich so erfüllen. Kritisch hingegen sind viele
Tierrechtsaktivist_Innen gegenüber der Tatsache, dass gegen Aussen
gewissermassen der Eindruck vermittelt wird, dass der Konsum von
Tierprodukten unproblematisch sei.
In Deutschland kann selbst Abfall noch einem Eigentümer
zuzurechnen sein, so dass diese Handlung rechtlich ein Diebstahl ist.
Bei Entdeckung durch Mitarbeiter wird allerdings meist nur ermahnt,
zumal sich die nur selten eingeschaltete Polizei wenig für einen
Diebstahl von „wertloser“ Ware interessiert.
Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn viele Supermarktbetreiber_Innen o.ä.
befürchten Gewinneinbussen durch Dumpsterdiver_Innen, weswegen sie
dafür sorgen werden, dass es beim nächsten Mal nicht so einfach ist,
sollten sie Hinweise für eine solche Aktion entdecken.
- ein paar Links:
Hintergründe gibt es hier:
http://lebensmittelvernichtung.de.vu
http://deu.anarchopedia.org/Containern
Filme und Bilder:
http://www.tastethewaste.com
http://container.blogsport.de
- Wenn der Staat Menschen wegen Mülldiebstahl verfolgt...
Containerprzess in Tübingen (eingestellt gegen Auflage)
Containerprozess in Bad Oldesloe (eingestellt gegen Auflage)
Containerprozess in Dübbel (eingestellt, oder Angebot der StA für eine Einstellung unter Auflagen)
Keksprozess in Lüneburg (LG Behörden zeigen absolute Veruteilungswille...)
Tag 1 : Richterin hatte nicht so viel Gegenwehr erwartet... LZ, Abendblatt, Indymedia
Tag 2: Verteidigerin
in der Person der Eichhörnchens unbequem-> Genehmigung als
Verteidigerin wird zurück genommen... Indymedia
Tag 3: Zeugenvernehmung und Verurteilungswille einer Richterin die keine Pinkelpause genehmigt... Indymedia, LZ
Tag 4: Urteil im Name des Kapitalismus und Rechtsverdrehung: Hausfriedensbruch trotz offenem Tor weil es Nachts war! PM , TAZ, Abendblatt
Berufung vor dem Landgericht Lüneburg: 9.1.2012 ; Di 17.1. ; Do. 26.1. und Di. 31.1. jeweils um 9:15 Uhr
- Reclaim the street! Die Stadt vertikal statt horizontal erkunden
Gut,
ist schwierig zu klassifiezieren, unter welchem Begriff/Thema die
Aktion einzuordnen ist... Ich bin wie meine Homepage, etwas chaotisch!
* Dem Kapitalismus auf der Nase herumtanzen und Normen in Frage stellen: Beklettern von Hochhäusern in Frankfurt (Jan. 09)
Der
Jukss fand in Frankfurt statt. Ein buntes selbstverwaltetes Kongress
mit netten Menschen, interessanten Workshops und Freiräume zum
Ausprobieren und Utopien verwirklichen. Ich bin selten in Frankfurt.
Die Geld-Hauptstadt finde ich ja nicht besonders attraktiv: riesige
hässliche Hochhäuser, kaum Grünfläche, Flughafen und Lärm,
kapitalistische Einrichtungen ohne Ende. Ein Gegensatz zu machbaren
Utopien de Selbstverwaltung, eines Leben im Einklang mit der Natur. Als
leidenschaftliche Kletterin bin ich also auf die Idee gekommen, die
Stadt symbolisch durch das Beklettern von Gebäuden ein Stück zurück zu
erobern. Klettern am Skyper, am Hauptbahnhof... Reclaim your area! Weiter lesen unter Aktionen
- Gegen G8 und andere Gipfel bin ich auch engagiert...
